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Seniorpartner an Schulen
Ein Kooperationsprojekt mit Neusser weiterführenden Schulen

 

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Nach unseren Aufrufen in der Neusser Presse und im Internet haben wir neue "Seniorpartner" gefunden

Mit dem Beginn des 2. Schulhalbjahres 2016/17 sind wir in der glücklichen Lage 5 weitere Aktive der Bü.NE in 2 Neusser Schulen für unser Projekt "Ziemlich coole Freunde-Seniorpartner an Schulen" einsetzen zu können.
Nach unserem Aufruf hatten sich erfreulich viele Bewerber bei der Bü.NE gemeldet, aus denen wir für die beiden weiterführenden Schulen "Janusz-Korczak-Gesamtschule" und "Quirinus-Gymnasium" eine Auswahl treffen konnten.
Neben unserem bewährten Seniorpartner, Herrn Raggi, haben wir drei Damen und einen Herrn ausgesucht, die nach ihrer aktiven Berufszeit ihre Erfahrungen mit Kindern, wie unten beschrieben, weitergeben möchten.

 

 

In Rente oder Pension und auf der Suche nach neuen Aufgaben? Lebenserfahrung weitergeben, anderen helfen? - Wir suchen für unser Projekt "Seniorpartner an Schulen" neue Aktive

Wenn Sie eine sinnvolle Herausforderung suchen, die jungen Menschen hilft, und auch Ihnen Freude bereitet, sind Sie bei der Bü.NE und ihrem erfolgreichen Projekt „Ziemlich coole Freunde-Seniorpartner an Schulen“ genau richtig! Wir suchen engagierte Seniorinnen und Senioren, die nach ihrer Berufsphase Kindern und Jugendlichen helfen möchten, erwachsen zu werden, den schulischen Anforderungen besser gerecht zu werden oder sich in der für sie fremden deutschen Umgebung zurechtzufinden. Dies geschieht durch Sprachförderung im alltäglichen Gespräch: gemeinsam Einkaufen und Kochen etwa, beim Umgang mit dem Computer oder dem Singen und Musizieren in der Gruppe.

Im Idealfall machen beiden Seiten die Aktivitäten Spaß, die in Abstimmung mit der Schule und den Bedürfnissen der Kinder eigenständig durchgeführt werden. Dabei muß keiner der Älteren Sorge haben, allein gelassen zu werden, denn den „Neuen“ stehen immer erfahrene Seniorpartner zur Seite und natürlich gibt es die Gelegenheit zu Schulung und Qualifizierung.

Eine monatliche Aufwandsentschädigung steht u.a. durch den Berthold-Koch-Stiftungsfonds zur Verfügung. Die zurzeit geplanten „Einsatzorte“ sind das Quirinusgymnasium und die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Neuss, die sich schon auf die Unterstützung der Seniorpartner freuen!

Da die Arbeit der Seniorpartner nach den Sommerferien beginnen soll, wäre eine Kontaktaufnahme mit der Bü.NE bis Ende August sinnvoll. Aber auch danach freuen wir uns noch sehr über Ihr Interesse und Ihre Bewerbung!

Neugierig geworden? Interessiert an einer spannenden Aufgabe? Weitere Informationen unter www.Buergerstiftung-neuss.de oder telefonisch unter 02131/406 47 37 .

 

 

Interview mit den Seniorpartnern

Die beiden Seniorpartner Ralf Fourmont (RF) und Emidio Raggi (ER) hat unser Geschäftsstellenleiter Wilfried Enders in der letzten Woche befragt und interessante Antworten erhalten:

Ihr beide seid bei der Bü.NE als Seniorpartner an einer Neusser Hauptschule tätig – was genau kann man sich darunter vorstellen?
Beide
: Wir unterstützen ausländische Schüler in Vorbereitungsklassen dabei Deutsch zu lernen, damit sie beim Unterricht in den Regelklassen mitkommen. Die ausländischen Schüler kommen zuerst in sogenannte Vorbereitungsklassen = VK oder Seiteneinsteigerklassen = SE. Nachdem sie genügend die deutsche Sprache beherrschen, kommen sie dann in eine Regelklasse.
Seit wann läuft das Projekt bzw. seit wann seid ihr bei dieser Tätigkeit?

Beide
: Das Projekt läuft seit Dezember 2011 und seitdem sind wir ununterbrochen dabei.
An welcher Schule seit ihr tätig?

Beide
: An der Geschwister Scholl Hauptschule, die heute in Norf-Derikum ist.
Wieviele Schüler betreut ihr?

Beide
: Zur Zeit sind es 15 Schüler, es waren aber auch schon einmal 30 Schüler.
Wie seid ihr mit der Bü.NE und dem Projekt „Seniorpartner in Schulen“ in Berührung
 gekommen?
RF:
Ich war bereits vorher im Bü.NE-Projekt „NE.ssi“ tätig und bin es heute, nach einer kurzen Pause, wieder. Da habe ich bei einer Veranstaltung von dem neuen Projekt gehört und mich bei der Projektleitung gemeldet und mit Emidio Raggi einen kongenialen Partner gefunden.
ER: Ich bin durch einen Artikel im Stadtkurier aufmerksam geworden. Dort wurde das Projekt „Seniorpartner an Schulen“ vorgestellt und erweckte sofort mein Interesse.

Ihr seid beide Rentner, was habt ihr vorher beruflich gemacht?

RF:
Ich war lange Jahre in der Arbeitsvorbereitung in der IT tätig. Einem Job, den es heute so gar nicht mehr gibt. Ich habe anfangs noch mit Lochkarten gearbeitet, habe also die EDV von der Pike auf gelernt und beschäftige mich heute noch hobbymäßig damit.
ER: Ich war ebenfalls in der Computerbranche tätig. Habe dort im Vertrieb gearbeitet und mich später zum Programmierer fortgebildet

Wo kommt ihr her?

RF: Geboren wurde ich in Düsseldorf und bin später nach Neuss gezogen.
ER:
Geboren wurde ich in Turin/Italien. Im Jahr 1975 bin ich über meinen Arbeitgeber nach Deutschland gekommen und geblieben. Deutsch gelernt habe ich (auch mit Hilfe meiner Frau) erst in Deutschland.
Was sind eure Hobbys?

RF: Fotografieren und die anschließende Bildbearbeitung am Computer.
ER: Singen (auch im Chor), Musik, Schauspielern und Kochen. Auch die deutsche Sprache, und dort vor allem die Grammatik, interessieren mich sehr, zumal ich nie eine deutsche Schule besucht habe, um die Sprache zu lernen. Die erste deutsche Schule, die ich betreten habe, war die Geschwister-Scholl-Schule, wo ich Seniorpartner bin.
Wie alt seid ihr gewesen, als ihr als Seniorpartner angefangen habt?

RF: Ich war 63 Jahre alt als es mit den Seniorpartnern losging.
ER:
Ich war 64 Jahre alt. Mit unserem Eintrittsalter kamen wir der Grundidee des Projektes nach, in dem nach älteren Seniorpartner für die Schüler gesucht wurde, die den Kindern mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung unterstützend zu Seite stehen sollen.
Wie sieht eure Arbeit mit den Schülern im Einzelnen aus?

Beide:
Wir helfen den Schülern bei der Mathematik, Biologie, Musik und vor allem in Deutsch -hier besonders bei der Grammatik- und auch bei der Hauswirtschaft; so haben wir schon gemeinsam Pizza oder, zu Weihnachten, Plätzchen gebacken. Wir versuchen auch den unterschiedlichen Wissenstand der verschiedenen Schüler auszugleichen und unterstützen mit unserem Einsatz als Seniorpartner auch die Arbeit der Lehrer.
Wie ich weiß, macht ihr auch besondere Aktionen mit den Schülern. Welche Aktionen habt ihr bereits gemacht?

B
eide: Wir waren mit den Schülern am Sandhofsee in Üdesheim und haben dort ein Floß gebaut, das auch tatsächlich geschwommen ist. Bei einem Besuch des Weihnachtsmarktes in Düsseldorf sind die Schüler auf den Fernsehturm aufmerksam geworden und fragten, ob sie mit uns dort einmal hinauffahren könnten. Dank eines Spenders, der den Eintrittspreis übernommen hat, konnten wir den Schülern dieses Erlebnis ermöglichen. Wir waren im Klettergarten an der Skihalle und zum Schlittschuhlaufen im Südpark. Zweimal konnten wir mit den Schülern beim „Frühlingsfest der Kulturen“ auf dem Neusser Markt auftreten. Wir haben zusammen mit den Schülern dort gesungen und gespielt. Wir waren mit den Schülern im Clemens-Sels-Museum und haben eine Stadtrallye gemacht. Wir haben auf Gut Gnadental Äpfel gesammelt und daraus auf dem Lammertzhof Apfelsaft gepresst. Handwerklich haben wir uns mit den Schülern beim Bau von Insektenhotels und Vogelhäuschen beschäftigt. Eine NE.ssi-Patin hat mit den Schülern Mützen und Schals gehäkelt und in einem Nähkurs wurden Taschen, Schals und Handytaschen genäht. Bei allen Aktionen waren sowohl die Jungen wie auch die Mädchen mit Feuereifer dabei.
Gab es in der ganzen Zeit Rückschläge oder Enttäuschungen?

Beide:
Rückschläge gab es in der ganzen Zeit eigentlich nicht. Enttäuschung kommt  dann auf, wenn einzelne Schüler, die man lieb gewonnen hat, wieder in ihr Heimatland geschickt werden.
Wie hat sich eure Arbeit als Seniorpartner verändert von den Anfängen bis heute?

Beide: Große Veränderungen in der Arbeit hat es  nicht gegeben. Es hat eine Weiterentwicklung es  Projektes gegeben, das dem von der Lehrerin Anja Segovia entwickelten Konzept „Schulsenioren in Schulen“ Recht gibt.
Haben sich die Schüler verändert – sind es noch dieselben wie am Anfang?

Beide:
Die Schüler haben durch uns eine gewisse Selbstsicherheit gewonnen. Auch dadurch, dass sie über unsere mit ihnen durchgeführten Projekte, in der deutschen Sprache sicherer geworden sind. Wie wir bereits vorhin erwähnten, schwanken die Schülerzahlen je nach Schuljahr.
Wie sind eure Zukunftspläne als Schulsenioren?

Beide:
Das wir so weiterarbeiten können wie bisher und unser Wissen und die Erfahrungen, die wir bisher mit den Schülern gemacht haben an andere „Senioren in Schulen“ weitergeben können.
ER:
Da die Geschwister-Scholl-Hauptschule nicht mehr weitergeführt wird und zu Ende des Schuljahres ausläuft, wurde bereits Kontakt mit zwei weiteren Schulen aufgenommen, die daran interessiert sind, das Konzept der „Senioren in Schulen“ auch an ihren Schulen einzuführen. Ab Februar 2016 sind wir dort probehalber tätig. Wir würden uns über weitere „Senioren und auch Seniorinnen“ freuen, die zu uns stoßen wollen.
Ralf, du bist auch noch NE.ssi-Pate – wie unterscheidet sich die Arbeit als NE.ssi-Pate und Seniorenpartner?

RF:
Als Seniorpartner bin ich während des normalen Unterrichtes in der Klasse einer Hauptschule. – Als NE.ssi-Pate betreue ich einen Schüler/in einer Grundschule nach dem normalen Unterricht für ca. eine Stunde.

Ich danke euch für das interessante und informative Gespräch. Wilfried Enders - Gespräch vom 24.5.2016

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R.Fourmont u. E.Raggi


Fotos: Bü.NE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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